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Ehemalige DDR-Bürgerrechtler, mittlerweile Bundestagsabgeordnete, forderten 1991 die Einsetzung einer Enquete-Kommission zur DDR-Geschichte. Im März 1992 stimmte der Bundestag dem Antrag fraktionsübergreifend zu, so dass zwei Monate später die Enquete-Kommission „Aufarbeitung von Geschichte und Folgen der SED-Diktatur in Deutschland“ (1992–1994) ihre Arbeit aufnehmen konnte. Als sich nach zwei Jahren zeigte, dass die Arbeit noch nicht beendet werden konnte, beschloss der Bundestag die zweite Enquete-Kommission „Überwindung der Folgen der SED-Diktatur im Prozess der deutschen Einheit“ (1995–1998) einzurichten.

Nach anfänglicher öffentlicher Skepsis über eine mögliche politisch gelenkte Geschichtsschreibung trugen die Enquete-Kommissionen mit ihrer sachlichen Herangehensweise den aktuellen Wissensstand über die staatlichen Strukturen, Organe, Opposition und Widerstand sowie den Alltag in der DDR mit Hilfe von Anhörungen mit Zeitzeugen sowie durch Expertisen und Gutachten zusammen. Der Deutsche Bundestag veröffentlichte die Ergebnisse beider Kommissionen in 32 Bänden mit 29.000 Druckseiten im Nomos-Verlag.

Umfangreiche Recherche in den Bänden der Enquete-Kommissionen möglich

Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur stellt 20 Jahre nach Beendigung der zweiten Enquete-Kommission die „Materialien der Enquete-Kommission ‚Aufarbeitung von Geschichte und Folgen der SED-Diktatur in Deutschland‘“ sowie die „Materialien der Enquete-Kommission ‚Überwindung der Folgen der SED-Diktatur im Prozeß der deutschen Einheit‘“ auf diesem Themenportal erstmals online zur Verfügung. Es ermöglicht mit Hilfe des Indexes bzw. durch eine Volltext- oder Schlagwortsuche eine systematische Recherche in den 32 Bänden.

Neben den verschiedenen Recherchemöglichkeiten bietet das Themenportal umfassende Zusatzmaterialien: Historische Dokumente, Bilder, Filmmaterialien und Zeitzeugeninterviews geben einen vielfältigen Einblick in die Arbeit und den Alltag der Enquete-Kommissionen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Arbeits- und Funktionsweise, aber auch die Themen und Debatten, die die Arbeit der Enquete-Kommissionen begleiteten sowie die zentralen Ergebnisse, die bis heute nachwirken, die Aufarbeitungslandschaft in Deutschland geprägt haben und bis heute prägen.

 

Der Vorsitzende der Enquete-Kommission Rainer Eppelmann (CDU) während der offziellen Übergabe der Materialien der zweiten Enquete-Kommission im Beisein der Mitwirkenden der Kommission und dem Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) am 29. November 1999. Quelle: Deutscher Bundestag/Michael Ebner/MELDEPRESS.